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IoT

#8: Luftqualitäts-Sensor

Während meiner Auseinandersetzung mit IoT, MQTT und Tasmota bin ich irgendwann über SuperHouse.tv des Australiers Jonathan Oxer gestolpert.

Er zeigt im Beitrag #38, wie man einen Luftqualitäts-Sensor vorgestellt, der mit Hilfe eines Laserscatter Sensors, Partikel verschiedener Grössen in einem Volumen von Luft bestimmt und diese Werte via einem ESP8266 nach MQTT und dann nach InfluxDB zu schreiben.

Warum einen Luftqualitäts-Sensor bauen? Die ganze Covid-Pandemie hat ja durchaus aufgezeigt, welchen Sinn oder Unsinn das Wissen über Luftqualität haben kann. Kombiniert mit einem CO2 Sensor kann so ein Partikel-Sensor durchaus hinweise darauf geben, ob man Lüften sollte oder nicht.

Schaut man sich bei Adafruit um findet man diesen Artikel (siehe auch die Abbildung), der Aufzeigt, was man mit dem PMS5003 Partikelsensor so alles messen kann.

Adafruit über PMS5003

Viren kann man zwar keine mit dem Sensor detektieren – oder besser gesagt Partikel in der Grösse von Viren, aber ich denke, wenn man einen deutlichen Anstieg von Partikeln an der unteren Messauflösung feststellt, könnte man mal Lüften… . Das ist mal meine Annahme.

Concentration Units (standard)
---------------------------------------
PM 1.0:
PM 2.5:

Concentration Units (environmental)
---------------------------------------
PM 1.0:
PM 2.5:
PM 10:

---------------------------------------
Partikel > 0.3um / 0.1L Luft:
Partikel > 0.5um / 0.1L Luft:
Partikel > 1.0um / 0.1L Luft:
Partikel > 2.5um / 0.1L Luft:
Partikel > 5.0um / 0.1L Luft:
Partikel > 10 um / 0.1L Luft:
---------------------------------------

0.3 um sind schon recht klein.

Konzept

Der Sensor selbst besitzt keinen Micocontroller oder Kommunikations-schnittstelle sondern muss über seinen Schnittstellenstecker mit Strom versorgt und an die Serielle Kommunikation angebunden werden.

Hier muss man etwas aufpassen! Power (VCC) ist 5.0V und alle Logik ist 3.3V (Rx, Tx). Mit den 3.3V ist man dann bei eine ESP8266 als Micocontroller gut bedient. Der kann WLAN, Bluetooth und lässt sich mit Tasmota als Firmware flashen. Damit steh der Umsetzung wie in der folgenden Grafik gezeigt nichts im Weg.

PMS5003 Sensor und IoT Stack (Bild: Axel T.)

Der Sensor sammelt vom EPS8266 getrieben alle paar Minuten die Messdaten ein. Dabei ist er in ein abgeschottetes virtuelles Netzwerk integriert und liefert so seine Daten an den IoT Stack – genauer gesagt an den MQTT Server. Von dort sammelt Node-RED die Daten ein und füllt sie in der InfluxDB ab. Aus dieser bedient sich Grafana für die Visualisierung der Werte über die Zeit.

Bau

Auf Grund der guten Beschreibung von Jonathan Oxer war es ein leichtes, schnell mal eben die notwendigen Komponeten wie der PMS5003 und der ESP8266 plus ein OLED Display auf eine Platine zu bringen.

Platine Air Quality Sensor (Bild Axel T.)

Die Produktion mit Versand der Platine hat 5 Tage gedauert. Danach hatte ich die selbstgezeichnete Platine auf dem Schreibtisch liegen und konnte loslegen.

Komponenten (Bild Axel T.)

Alle Komponenten, die auf der Platine Platz finden. Die Platine selbst könnte man wahrscheinlich noch deutlich kompakter aufbauen, aber für DIY ist so aus meiner Sicht völlig ausreichend. Auf dem Beschriftungslayer habe ich die notwendigen Informationen untergebracht, die das Montieren vereinfachen.

Plantower PMS 5003 (Bild Axel T.)

Der besagte Sensor in seiner blauen Schutzfolie, die man noch entfernen sollte/muss, damit man den Sensor mit Doppelklebeband auf die Platine kleben kann.

OLED Display (Bild Axel T.)

Das OLED Display ist ein ganz einfaches xxxx basiertes Display, was einen Teil der Messwerte anzeigt und mit einem Taster an bzw. ausgeschaltet werden kann. Je nach Ort der Aufstellung, kann das Display recht nervig leuchten. Wenn man den Sensor z.B. im Schlafzimmer nutzen möchte, stört mich das blau leuchtende Display.

Wemos D1 Mini – ESP8266 mit externer Antenne (Bild Axel T.)

Der Wemos D1 Mini Pro mit einer externen Antenne ist die Komandozentrale für den Luftqualitäts-Sensor. Über die USB Schnittstelle kann man den Baustein einfach mit der Tasmota Firmaware flashen und über die Pinleiste lässt sich das Ding einfach in die Sockel stecken.

Die USB Schnittstelle übernimmt auch die Stromversorgung aller Komponenten auf der gesamte Platine.

Software

Für die Software hat man mehrere Möglichkeiten.

Entweder lädt man sich den Code von Jonathan Oxer (siehe oben) herunter und passt den auf die eigenen Gegebenheiten an, oder man verwendet Tasmota in der Version für “Sensoren”.

Ich verwende PlattformIO und VCode von Microsoft und habe mir den Code für Tasmota heruntergeladen.

VCode mit Tasmota (Auswahl für Sensor)

To be continued…

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PV

#7: Zeitplan für Umsetzung

Beim Zeitplan sind wir nicht ganz nach den zu erwartenden Schrtitten bzw. deren Reinfolge vorgegangen.

Zeitplan

Seit wir das Haus besitzen machen wir etwas in Richtung Energie-Sparen und CO2-Neutralität.

Wir sollten mehr tun!

Während 2020 haben wir immer wieder darüber diskutiert, dass eine PV-Anlage sinnvoll wäre und haben wie schon in der Vergangenheit an verschiedenen Gelegenheiten Informationen eingeholt, was solche eine Anlage kosten könnte. Ganz wichtig war auch, dass wir für uns entschieden haben, was uns wichtig ist!

Anforderungen: Gute Optik (kein Gebastel) bei maximaler Leistung (grösstmögliche Anlage) und Batteriespeicherung mit Notstromfunktion zum bestmöglichen und ökologisch vertretbaren Preis.

Das sind die Anforderungen, die den ganzen Rest bestimmt haben. Also eine sinnvolle Anlage, aber nicht die billigste – oder teuereste.

Lernen (1)

2021 habe ich damit verbracht zu lernen, was man über PV-Anlagen wissen muss. Das Buch “Photovoltaik” von Heinrich Häberlin ist ein gute Ausgangslage, wenn man tief in die Grundlagen einsteigen will.

Für alles andere habe ich im Internet gesucht und mit Hilfe von verschiedenen Offerten unterschiedlicher Anbieter versucht eine Idee von dem zu bekommen, was möglich und sinnvoll ist.

Am Ende des Jahres 2021 habe ich zwar viel gewusst und total 8 Offerten bekommen, aber bei keiner der Anlagen-Angebote hatte ich das Gefühl, dass es die richtige Lösung ist. Über den VESE – den Verband unabhängiger Energieerzeuger bin ich dann auf das Selbstbauhandbuch gestossen und letztendlich bei der Energiewendegenossenschaft Winterthur gelandet.

Fazit: Kommerzielle Anbieter haben nicht zwangsläufig im Sinn, die Anforderungen bestmöglich zu erfüllen. Sondern achten bei der Auswahl der Komponenten darauf, dass es für sie als Unternehmer so einfach wie möglich ist. Man muss davon ausgehen, dass die kommerziellen Anbieter eine “0815” Anlage anbieten werden, deren Komponenten sie gut beherrschen. Lediglich ein Anbieter hat das auch von Beginn an verbalisiert, dass er sich auf bestimmte Hersteller festgelegt hat und nichts anderes anbietet.

Lernen (2)

Anfang Februar habe ich bei der Energiewendegenossenschaft Winterthur den Solarkurs besucht. Der hat mich in die Lage versetzt, die Technologien, Vor- und Nachteile sowie die Risiken schnell und effizient zu bewerten.

Seit Februar 2022 haben wir uns entschlossen die PV-Anlage SEHR SCHNELL umzusetzen. Ende Februar 2022 haben wir das Material für die PV-Anlage bestellt, bezahlt und die Lieferzusage für den Juni 2022 bekommen.

Die Zeit dazwischen reicht grade so aus, um Spengler/Dachdecker und Holzbauer an Bord zu holen und die notwendigen Genehmigungen und Anmeldungen zu machen.

Seit Anfang März haben wir die Zusagen von allen Stellen und können die Details Planen. Die Dachsanierung wird Mitte Juni 2022 starten und die PV-Anlage wird dann Anfang Juli 2022 montiert werden.

Montage

Vor der Montage steht die Anmeldung und Genehmigung, wenn man extra Runden und Ärger vermeiden will. Meine Wohngemeinde ist eine sog. Energiestadt. Und egal, ob man die Kriterien jetzt für sinnvoll erachtet oder nicht, sie haben in meinem Fall den Effekt, dass ich keine ordentliche Baugenehmigung der Gemeinde benötige sondern die Anlage auf dem Dach und in der Fassade einfach mit einem Formular und den notwendigen Zeichnungen melden kann. Kosten entstehen dazu in meiner Gemeinde NICHT. Was ich sehr positiv finde!

Fazit: Unbeding beim Bauamt fragen, was es braucht und ob eine PV-Anlage kostenfrei genehmigt wird! Und gegebenfalls einfordern, dass die Kosten für einen Bauantrag entfallen.

Schaut man sich die Kriterien genauer an, stellt man fest, dass der Punkt 7 “Anpassung an den Klimawandel” optional ist und das Label mehrheitlich auf Entwicklungsplanung und Raumordnung und die Kommunalen Anlagen und Gebäude fokussiert und nicht die Förderung von Aktivitäten seitens der Privaten Hand im Sinn hat. Schade!

Über die nächsten Punkte werde ich dann gesondert berichten!

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PV

#6: Komponenten für meine PV-Anlage

Wer sich mit PV-Anlagen auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass er oder sie einige neue Vokabeln lernen muss. Wechselrichter, String, Optimizer aber auch Traufgang oder Ortsgang… Lauter neue Begriffe…

Ein guter Startpunkt für das Verständnis, was es braucht ist z.B. die Broschüre/Leitfaden auf Selbstbau.ch oder das Selbstbauhandbuch auf der gleichen Seite. Noch besser sind die Solarkurse bei den Selbstbaugenossenschaften. Die EWG bietet mehrfach im Jahr so einen Kurs an.

Bevor man die Hardware kaufen kann, sollte man herausfinden, ob der Standort des Gebäudes und die Ausrichtung der Dach oder Fassadenflächen geeignet ist. Auf einem nach Norden weisenden Dach kann man kaum sinnvoll Strom oder Warmwasser produzieren… .

Auch Schatten von Bäumen, Nachbargebäuden oder der Landschaft sollte man vermeiden, wenn man einen hohen Ertrag anstrebt. Wie man die Eignung feststellen kann, zeige ich noch auf. Hat man die Eignung festgestellt, kann man sich um die Komponenten kümmern.

Komponenten:

Vom Dach in den Keller braucht es grob gesagt folgende Komponenten:

  1. Auf- oder Indach Montagesystem für Module
  2. Photovoltaik-/Solarmodule
  3. ggf. für ein oder mehrere Module einen Optimizer
  4. Geeignete Stecker und Kabel für die Verlegung
  5. Anschluss und/oder Sammelboxen
  6. Erdungsleitung
  7. Generatoranschlusskasten ggf. mit Trennschalter und Überspannungsableiter
  8. Wechselrichter
  9. Wechselspannungsanschluss mit Schalter
  10. Produktions- oder Ertragszähler
  11. Sicherungskasten
  12. Verbrauchszähler (Auch Anschluss an den Stromversorger)
  13. ggf. Batteriespeicher
  14. ggf. Ladestation für E-Auto
  15. ggf. Computer/Server für Datensammlung und Automations- und Visualisierungsaufgaben.
  16. ggf. Eine Netzwerk-Firewall

Indach oder Aufdach, Flachdach?

Das Dach bzw. die Dachhaut hat die Funktion, Wind und Wetter sowie Feuchtigkeit draussen und die Wärme drinnen zu halten.

Eine Aufdach-Anlage ist eine PV-Anlage, die auf die bestehende Dachhaut gebaut wird.

Eine PV-Anlage bzw. die Solarmodule kann diese Funktion ebenfalls übernehmen. Statt z.B. mit Dachziegeln ist das Dach mit der Solaranlage gedeckt. Dann spricht man von einer Indach-Anlage.

Für Aufdach-Anlagen gibt es eine viel grössere Auswahl an Modulen, die Leitstungsfähiger sind. Dezidierte Module für eine Indach-Anlage gibt es viel weniger, sie sind kleiner und weniger Leistungsfähig. Die Preisunterschiede zwischen Indach- und Aufdachmodulen sind vorhanden. Indachmodule sind teurer.

Dieser Sachverhalt war für mich lange der Knackpunkt, an dem ich geglaubt habe, ich müsste eine Aufdach-Anlage bauen, obwohl ich aus ästethischen Gründen lieber eine Indach-Anlage gehabt hätte.

Der Planer hat mich jedoch auf ein Montagesystem aufmerksam gemacht, welches erlaubt, Module für Aufdach-Anlagen als Indach-Anlage zu montieren. Damit ist es möglich fast das gesamte Dach zu nutzen und so eine 18kWp Anlage als Indach-Anlage zu realisieren!

Auf dem Flachdach wird die Anlage auf das Dach gestellt und mit Balast gegen davonfliegen gesichert. Für diese Art der Montage gibt es verschieden Befestigungsysteme aus Aluprofilen oder Kunststoffwannen.

Die Montage auf dem Dach ist auf fast jedem Dachtyp möglich und es werden Befestigungssysteme für Ziegeldächer, Eternitdächer, Metalfalz- oder Trapezblech Dächer etc. angeboten.

Wie man eine grosse PV-Anlage als Verein mit Hilfe den Genossenschaft-Ansatzes auf dem Dach einer Mehrzweckhalle montieren kann, zeigt dieses Video des Vereins erneuerbare Energie Hettlingen.

In diesem Video kann man alle Schritte sehen, die es braucht eine Aufdach-Anlage zu montieren.

Bei der Wahl des Montagesystems spielen evtl. auch Regelungen in der Bauvorschrift des Wohnorts eine Rolle. Akutell sind die Direktzahlungen für ein Indach-Anlage höher.

Solarmodule und Optimizer

Solarmodule erzeugen aus Sonnenlicht Strom. Sie haben eine gewisse Leistungsfähigkeit in Spannung (V) und Stromstärke (A). In Serie geschaltet können schnell über 700V Gleichstrom zusammenkommen. Der Wechselrichter kann daraus zwar ohne Probleme 240V Wechselstrom wandeln, aber die Module produzieren Strom, sobald sie Licht bekommen. Für den Selbstbau muss als sehr gut aufpassen und es macht Sinn einen Optimizer zu verwenden. Der steigert einerseits den Energieertrag einer PV-Anlagen und haben andererseits eine Funktion, welches die hohe Gleichspannung auf ein sicheres Niveau senkt, sobald der Wechselrichter ausgeschaltet wird oder die Verbindung zum Netz unterbrochen wird.

Ausserdem lassen sich noch die einzelnen Module bei der Produktion überwachen und vergleichen.

Bei allen Komponenten muss man entscheiden woher man sie beziehen will. Sind Module aus Asien ok oder sollen es Module aus Europäischer Produktion sein? Ich habe mich für Module aus Europa / Deutschland entschieden, da ich meine Geld hier in Europa verdiene… .

Die Detailierte Auslegung der Module hat der Planer der EWG übernommen. Beim Solarmodul haben wir uns für das Soluxtec Das Modul XSC DMMXSC400 – (FB, R35, EVO2) entschieden. Ein 400Watt Modul (Pmax) mit 56 Monokristalinen PERC Zellen und schwarzer Backing Folie.

Will man Optimizer verwenden bleiben einem nicht wirklich viele Möglichkeiten. Entweder kann man bei SolarEdge fündig werden oder bei Tigo. Wir haben den SolarEdge P505-5RM4MBM ausgewählt, da er zum Wechselrichter passt.

Anschlusskästen, Trennschalter und andere Komponenten

Irgendwie muss der Strom von den Modulen zum Wechselrichter kommen. Auf dem Weg dahin sollte es die Möglichkeit geben, die Module sicher vom Rest der Anlage zu trennen. Gegebenenfalls auch automatisch.

Die Kabel, Schalter und Kästen müssen für die Gleichspannung von um 1000V ausgelegt sein. Man spricht hier auch von Generatoranschlusskästen. Diese Dinger kann man auf diversene Webseiten von Solarkomponenten anschauen.

Die Firma Solarmarkt.ch bietet einen guten Onlineshop. Als Privat-Person bekommt man zwar keine Preise, aber man kann zumindest die Technischen Informationen einsehen.

https://www.solarmarkt.ch/de/generatoranschlusskasten

Auch so banale Dinge wie Stecker sind bei Spannungen über 360V keine simple Sache mehr. Der Lichbogen, der bei einem Kurzschluss entstehen kann, ist in der Lage über die Luft erstaunlich grosse Diszanzen (1-2m) zu überbrücken.

Die Komponenten sollten also entsprechend ausgelegt sein, dass es keinen Kurzschluss geben kann!

Montagesystem

Die Pronovo als Vergabestelle für die Förderungen, fördert Indach PV-Anlagen grosszügiger als Aufdach-Anlagen.

Schaut man sich jedoch den Markt für Solarmodule an, findet man deutlich mehr Anbieter für Aufdach PV-Module als für Indach PV-Module. Ausserdem sind die Module für dezidierten Indach Einsatz kleiner und weniger Leistungsfähig also diejenigen, die für Aufdach PV-Anlagen geeignet sind. Als Folge davon gelten Indach PV-Anlagen als weniger Leistungsfähig. Eine Kontroverse Situation.

ABER – was spricht dagegen, die PV-Module für Aufdach einfach Indach zu verwenden? Eigentlich NICHTS, wenn man folgende Dinge im Kopf behält:

  • Wasserabfluss: Rund um die Module muss/sollte ein Wasserabfluss vorgesehen sein. Und der Wasserabfluss muss so gemanaged werden, dass kein Wasser ins Gebäude gelangen kann.
  • Unterdach: Unter den PV-Modulen muss es eine Wasserdichte und Wärmefeste Folie vorgesehen werden (Unterdachbahn), falls doch Wasser zwischen den Modulen eindrindringt und nicht durch den Wasserabfluss weggeleitet werden kann.
  • Hinterlüftung: PV-Module mögen es NICHT zu warm. Also muss man das Unterdach so gestallten, dass eine ausreichende Hinterlüftung zur Kühlung vorhanden ist, aber keine Vögel oder Insekten sich einnisten können.

Also wenn man als Optimierungsziel verfolgt, dass man die maximal grosse PV-Anlage erstellen möchte und gleichzeitig die Förderung maximieren möchte, in dem man eine Indach PV-Anlage realisiert, braucht man “nur” ein Montagesystem, welches es erlaubt, PV-Module für eine Aufdach PV-Anlage in der Indach-Situation zu verwenden.

Die Schweizer Firma Solarstand ermöglicht eine solche Installation mit ihren Indach System!

Wechselrichter

Neben den PV-Modulen spielt auch der Wechselrichter eine grosse Rolle. Er generiert schliesslich aus den bis zu 1000V Gleichstrom, der von den Modulen geliefert wird, den im Stromnetz bennötigten 240V/50Hz Wechselstrom und sorgt für eine Angleichung der Freqzuenzen mit der das Stromnetz schwingt.

Ich glaube, man kann den Wechselrichter von fast jedem grösseren Anbieter auswählen, wenn es nur um die Leistung oder die Verarbeitungsqualität geht. Bei der Auswahl der relevanten “Features & Functions” geht es aber um mehr. Je nach dem, was man für sich erreichen will, sind unter Umständen auch noch die folgenden Dinge wichtig:

  • API (Programmierschnittstelle) um z.B. Daten in eine eigne Visualisierung zu übertragen
  • Monitoring Plattform
  • Kommunikationsschnittstellen und Protokolle (LAN, WLAN, Zigbee, …)
  • Hoher Wirkungsgrad von >95%
  • Überwachungsempfänger für Modul-Optimizer
  • Garantie von >20 Jahren
  • Fähigkeit für den Inselbetrieb (also ohne Internetverbindung)
  • Unabhängiger Hersteller

Für mich sind die ausschlaggebenden Kriterien (1) die fixe LAN Schnittstelle – damit kann ich den Wechselrichter isoliert hinter einer Firewall betreiben und so den unerwünschten Zugriff von Aussen unterbinden. (2) Die API – ich sammle meine Daten gerne auch noch selbst in InfluxDB und visualisiere sie in Grafana. (3) Ausserdem erlaubt die Monitoring Plattform den Informationszugriff bis auf das einzelne Modul. So kann ich sehen ob alle Module gleichmässig Produzieren… . (4/5) Die Garantieverlängerung auf 25Jahre und der Wirkungsgrad von 98% haben dann endgültig den Ausschlag zu SolarEdge gegeben.

Batteriespeicher

Egal, welches Heizsystem man verwendet, es braucht immer Strom. Entweder eine Wärmepumpe die laufen muss, oder in der Pelletheizung das Gebläse, die Pelletzuführung und die Umwälzpumpen. Selbst wenn man nicht Pessimistisch veranlagt ist, könnte man auf die Idee kommen, dass es in der Zukunft vielleicht mal sinnvoll sein könnte, den Strom aus der Sonne irgendwo zu lagern.

Ein Batteriespeicher bietet sich hier an. Aber bitte einen, der eine sog. Notstrom Option hat. Also bei Netzausfall das Haus via dem Sicherungskasten mit Strom versorgt.

Bei mir ist es die (erweiterbare) sonnenBatterie 10 performance mit 20kWh Kapazität und 8kW Leistung geworden. Mit der Notstrom Option.

Wer ein Elektro-Auto besitzt, hat ja eigentlich eine Batterie auf Rädern, die je nach Auto Modell auch mal über 80kWh Kapazität haben kann. Es wäre doch klasse, wenn man diese Batterie jetzt gemanaged bidirektional laden könnte?! Tja – leider hat sich die Automobil Industrie noch nicht auf einen oder zwei Standards für Bidirektionales Laden einigen können und die Energie-Politik ist noch nicht auf die Idee gekommen, dass der Batteriegetriebene Individual-Verkehr eine riesige, dezentrale Batterie darstellen könnte. Schade eigentlich.

Die Systeme für Bidirektionales Laden sind aktuell aus meiner Sicht zu teuer und es gibt derzeit meines Wissens nur Modelle von Mitsubishi, Nissan und Hundai, die sowas unterstützen.

Aber Politiker sind nun mal nicht innovativ und die Industrie brauch einen Anreiz. Aber vielleicht schaffen wir es ja irgendwann, dass die Politik diese Anreize für die Industrie schafft und den Batteriegetriebene Individual-Verkehr als einen Teil der Energiepolitik ansieht und entsprechende Lösungen für ein SmartGrid einzufordern… .

Sponsoring?

Nein – wir werden von keinem Hersteller gesponsort. Leider. Aber falls die Hersteller hier zufällig mitlesen – ich bin gern zu Gesprächen bereit und via dem Kontaktformular zu erreichen.

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PV

#5: 18.4 kWp Zellenleistung – Indach PV-Anlage mit Batteriespeicher

Heute habe ich die Solarkomponenten für unsere Indach Solaranlage gekauft!

Wir werden 18.4kWp Zellenleistung auf dem Dach installieren.

Auf dem Dach lässt sich gemäss der Planung der EWG eine solch grosse Anlage realisieren. Keiner der kommerziellen Anbieter konnte mir eine solche Anlage aufzeigen oder anbieten.

Laut Solardach.ch erreichen wir damit einen Eigenverbrauchsanteil von 9.1% – mir erscheint der Eigenverbrauch deutlich zu gering und man kann nicht angeben, ob man einen Batterie-Speicher verwendet oder nicht.

Simulation von Solardach.ch / Bild: Axel T.

Schaut man sich die Armotiosationsdauer der Anlage an, wird man feststellen, dass es sich rein rechnerisch fast nicht lohnt. Wenn man einen Batteriespeicher hinzu rechnet, wird das ganze sogar noch schlechter.

Hier spielt die Kantonale Politik hinein. Der Kanton Zürich fördert keine Batteriesystem. Nachbarkantone wie Thurgau oder Schaffhausen schon. Verstehen muss man das nicht.

Stand Heute kann man aber nicht nur annehmen, dass die Energiepreise steigen werden. Sie tun es bereits. Also wird die Rechnung in 2023 oder später ganz anders aussehen. Wir können dann gerne über die Fassadenflächen disskutieren und darüber ob ich einen weiteren extern verwalteten Batteriespeicher einbaue oder nicht.

Die HTW Berlin hat einen Unabhängigkeitsrechner, wo man die Parameter genauer eingeben kann.

https://solar.htw-berlin.de/rechner/unabhaengigkeitsrechner/

HTW Simulation der Autarkie / Bild: Axel T.

Gemäss dem HTW Simulationsmodel haben wir, wenn die Anlage in Betrieb geht einen Autarkiegrad von 88%.

Und das Batteriesystem hat eine Notstromfunktion. Damit kann ich die Pellettheizung, kontrollierte Wohnraumlüftung und Licht im Haus betreiben, wenn es zu Netzschwankungen oder einem Blackout kommen sollte.

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IoT

#4: Shelly & Tasmota

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich keine Hersteller Cloud Lösungen für Automation mag, OpenSource gut finde und man für eine Optimierung der Solaranlage in der Lage sein sollte, Verbraucher AN oder AUS zu schalten, wenn bestimmte Bedingung erfüllt sind…

Es gibt Unternehmen, die beides Anbieten. Für den Anwender mit wenig oder keinen Programmierkenntnissen und genug Vertrauen in die Hersteller gibt es eine Cloud Lösung und für alle anderen die Möglichkeit, eigene Firmware auf die Produkte des Unternehmens zu spielen!

Klingt gut? Shelly ist dieser Herteller mit Herz für “Selber machen” und Tasmota von Theo Arends ist die geniale Firmware, die sich auf alle ESP8266 anpassen und aufspielen lässt.

Nicht weiterlesen, wenn man nicht gewillt ist zu basteln und zu lernen! / Screenshot von der Tasmota Webseite

Die obige Warnung passt auch gut zum ganzen Rest dieser Webseite. Wer nicht lernen will, kann hier aufhören zu lesen. Ich kann und will keinen Support leisten. Wer jedoch lernt und herumprobiert, wird mit einem funktionierenden Automationssystem belohnt, was sonst nur mit sehr viel mehr Geld zu realisieren ist!

Tasmota unterstützt eine grosse Vielzahl von Devices – also Aktoren und Sensoren und die Webseite listet diverese Hinweise auf, wie man die Verschiedenen Devices flashen kann.

Was ich am Shelly 1 mag, ist die Grösse. Das Ding passt hinter jeden Lichtschalter und sich problemlos montieren und konfigurieren.

WARNUNG: 240V kann tötlich sein. Manipulationen an der Hausinstallation sind Sache vom Fachmann! Wer nicht verseht, was getan werden muss, sollte einen Fachmann beauftragen!
ICH LEHNE JEDE HAFTUNG AB!


Ich habe mir eine Reihe von Shelly 1 bei Bastelgarage.ch gekauft. Dort findet man auch den passenden FTDI-Adapter zum flashen.

Zunächst habe ich einige der Shelly 1 mit Hilfe von Tasmotizer geflashed. Jonathan Oxer beschreibt das auf seiner Webseite Superhouse.tv sehr gut und nachvollziebar.

Dieses Vorgehen hat aber für mich einen Nachteil – keinen Einfluss auf den Code und aufspielen von vorcompilierten Images. Damit wäre ich nicht wirklich viele weiter als ich mit der orginalen Firmware wäre.

Glücklicherweise bin ich dann über ein Tutorial von Andreas Speiss gestolpert, der PlattformIO für die ESP8266 Entwicklung vorgestellt hat. Wer es bis her noch nicht erraten hat? Shelly 1 basiert auf dem ESP8266 Microcontroller!

Nach Durchsicht des Tutorials habe ich mir VisualStudio Code von Microsoft und PlatformIO sowie Tasmota heruntergeladen und seither konfiguriere ich mir den Inhalt “meiner” Firmware selbst unter VisualCode und kann so bei Bedarf ganze Funktionselemente weglassen, die ich für ein Device nicht brauche.

Eine Funktion, die nicht exisitert kann nicht kompromitiert werden – logisch oder?


Nach dem man VisualCode installiert hat und das Plugin von PlatformIO hinzugefügt hat, ist die Infastruktur soweit parat. Ich habe mir die aktuelle Version von Tasmota aus Github geclont und auf ein Nextcloud Verzeichnis gelegt und dann den Ordner in VisualCode geöffnet.

Tasmota Version(s) Selection in VisualCode (Screenshot Axel T.)

Hier kann ich in der Datei “Platformio_override.ini” z.B. die Version von Tasmota wählen, die ich compilieren will oder auch durch weitere Manipulationen vom Source Code Einfluss darauf nehmen, was ich in meinem Binary verwenden will.

Im Screenshot sieht man, dass ich die Version “Tasmota sensors” gewählt habe. Für den klassischen Einsatz eines Shelly 1 als Lichtschalter reicht auch die Auswahl der Version “Tasmota”. Dort ist alles drin, was es braucht. Die Sensor Version habe ich deshalb gewählt, weil für ein anderes Projekt (Luftqualitäts-Sensor) andere Funktionalität haben wollte.

FTDI-Adapter (3.3Volt) für Shelly Programmier – Foto Axel T.

Wichtig ist, dass man den FTDI-Adapater auf 3.3V einstellt, sonst wird der ESP8266 Chip zerstört!

Shelly 1 – Foto Axel T.

Der Shelly 1 hat einen Durchmesser von knapp 4.3cm und passt von daher perfekt hinter jeden Lichtschalter…

Shelly1 während der Programierung – Foto Axel T.

Hinter der länglichen Abdeckung versteckt sich die Buchsenleiste für den FTDI-Adapter und für die Programmierung muss beim Einstecken des USP-Steckers in den PC der Pin (bei mir Grün) auf “GND” (bei mir Blau) gezogen werden.

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PV

#3: Mein Weg zur PV Anlage

Nachdem wir unser Haus 2007 gekauft hatten, haben wir alle relevanten Bauteile des Hauses von einem unabhängigen Architekten mit einem standartisierten Verfahren bewerten lassen um so den Renovationsaufwand festzustellen und die Reinfolge der Renovationen festlegen zu können. Im Nachhinein gesehen die wohl am besten Angelegten 2000CHF, die ich je investiert habe. Nach dem wir alles realisiert haben, was wir uns als Renovationen vorgenommen hatten, ist uns 2021 ein Schaden am Dach aufgefallen.

Eindringendes Wasser hat die Lattung zerstört. Grund: Unsachgemässe Verblechung durch den Solar-Profi – Foto: Axel T.

Pikanterweise wurde der Schaden am Dach durch die unsachgemässe Verblechung der 2009 installierten Warmwassersolaranlage verursacht. Ausserdem schreien die Asbesthaltigen Eternit-Schindeln nach Ersatz.

Das war im April 2021. Ich dachte, der Sensor sei defekt und bin ihn tauschen geangen, aber es war die verbaute Steuerung, die nach 12 Jahren kaputt gegangen war. Als ich die Abdeckung vom Sensor und den Zuleitungen entfernt hatte, habe ich den Schaden oben im Bild entdeckt.

Ein defektes Dach ist ein sehr guter Grund zu handeln! Wenn man mich an dem Tag im April gefragt hätte, wann wir fertig sind, dann hätte ich gesagt, dass wir Ende 2021 eine neues Dach samt Solaranlage haben.

Weit gefehlt! Aber wie weiter?

Auf www.sonnendach.ch – einer Webseite des Bundesamts für Energie (Schweizer Eidgenossenschaft) – kann man folgendes Bild für meine Wohngemeinde finden. Jedes der Roten, Orangen oder Gelben Dachflächen sind gut oder sehr gut für Solarstrom Erzeugung geeignet. Je dunkler die Farbe, desto besser die Eignung!

Nach Eingabe der eigene Adresse und Auswahl, wieviel Dachfläche man mit einer PV-Anlage belegen möchte, kam für unser Haus folgendes Angebot heraus:

Simulation Sonnendach.ch für eine 18kWp Anlage / Bild Axel T.

Was folgte waren Tage mit Lernen und Recherche im Internet, zig Gesprächen mit Dachdeckern, Spenglern und Solar-Installateuren und Angeboten für eine 11kWp Anlage zwischen 37’300CHF und 49’250CHF, die knapp die Hälfte des Daches bedeckte. Dazu kam das Gefühl, dass ich die Solar-Profis zwar durchaus wissen von was sie sprechen, aber mir nicht die bestmögliche Anlage zum kleinstmöglichen Preis angeboten haben. Auf dem Dach sollte sich ja gemäss sonnendach.ch eine 18kWp Anlage realisieren lassen!

Dazu kamen dann noch die Spengler und Dachdeckerkosten in Bereich von ca. 67’750CHF bis runter auf 59’600CHF.

Was auffällt, ist dass der Preis auf solardach.ch nicht mal in die Nähe der Angebote kommt. Er erscheint viel zu tief!

Je länger ich mich mit dem Thema PV-Anlage auseinander gesetzt habe, desto sicherer war ich mir, dass es preiswerter bei gleichwertiger oder besserer Qualität gehen müsste.

Eine PV-Anlage ist aus technischer Sicht nicht wirklich kompliziert. Jeder handwerklich einigermassen begabte Mensch kann eine Solaranlage montieren. Wer sich zutraut, die Küche eines Schwedischen Möbelhauses zusammenzubauen und zu montieren, ist aussreichen qualifiziert.

Auf sonnendach.ch findet man auch den Hinweis auf Selbstbauorganisationen. Das Portal https://selbstbau.ch/ bietet Kontakte und Informationen rund um den Selbstbau von PV-Anlagen. Auf dieser Webseite habe ich zum VESE (https://www.vese.ch/) und zur Energiewendegenossenschaft Winterthur – EWG (https://www.ewg-winterthur.ch/) gefunden.

Bei der EWG habe ich im Februar 2022 einen Solarkurs besucht. Dieser Kurs hat sämtliche meiner Fragen beantwortet und mich endgültig in die Lage versetzt, dieses Projekt anzugehen.

In den nächsten Wochen und Monaten werde ich hier dokumentieren, wie wir die verschiedenen Frage geklärt haben und wie eine solche Anlage montiert wird. Wer sich schon mal einlesen will, dem sei das Selbstbauhandbuch der VESE empfohlen!

Nebenbei werde ich diese Seite nutzen um ein paar meiner IoT Basteleien vorzustellen.

Nachtrag:

In den letzten Tagen habe ich den verschiedenen Unternehmen, von denen ich Angebote eingeholt habe, mitgeteilt, dass ich sie nicht berücksichtigen werde und mich für Ihre Angebote bedankt.

Ich bin selbst im internationalen Vertrieb bei Industriekunden tätig und kenne das Gefühl, wenn man eine Absage erhält. Daher hatte ich bei meiner Absage eine Art Preisspiegel (so ähnlich wie oben) erstellt, ohne die Unternehmen offen zu legen oder Details der Angebote preiszugeben. Für mich ist das eine Art Fair-Play. Dachte ich.

In der Regel bekommt man keine Antwort auf Absagen. Eine Antwort haben ich bekommen. Einen Einzeiler:

“xxxx… zur Info. Ich glaube wir sind froh keinen Auftrag hier zu erhalten.”

Zitat (anonymisiert)

Was soll das sein? Ausdruck von Frust oder Enttäuschung? Für mich ist es in höchsten Mass unprofessionell und erinnert an das Verhalten eines Kleinkinds. Es zeugt von der Unfähigkeit des Unternehmens aus der Niederlage zu lernen.

Ich bin immer noch erstaunt, wie Unternehmen solche Preise aufrufen, ohne sich Gedanken zur Relation zum Einkommen und Kapital des Kunden zu machen.
Beispiel: Eine Faustregel in meinem Business ist, dass das IT-Budget eines KMU ca. 0.5% bis 1% des Jahresumsatzes ist. Ganz ganz grob gerechnet. Und das auch nur bei guter Planung. Wenn ein Unternehmen 100Mio CHF Umsatz macht, kann man mit einem IT-Budget von ca. 500’000CHF bis 1Mio CHF pro Jahr rechnen. Ob ich dann ohne Planung und Vorbereitung mit einem Angebot über 1Mio CHF erfolgreich sein werde kann sich jeder selbst überlegen. Wahrscheinlich nicht, es sei denn, ich kann hier ganz klar den Mehrwert ausweisen und dem Kunden ein grosses Problem abnehmen und lösen. Man nennt das auch Value-Selling.

Gleiches gilt für Privathaushalte. Man hat ein gewisses Jahreseinkommen, ein gewisses Kapital, eine Planung, die auf Annahmen beruht und nun bekommt man ein Angebot, was bezogen auf das Jahreseinkommen massiv über 40% liegt und dabei keine Möglichkeit für Verhandlungen hat, denn die Unternehmen sind sehr gut ausgebucht?!

Mir ist schon klar, dass man Geld verdienen muss und dass die Arbeit Geld kostet. Dagegen habe ich nichts einzuwenden, wenn ich den Mehrwert verstehe. Und das tue ich bei den meisten Angeboten NICHT.

Wenn ich auf die Frage: “Warum empfehlen Sie den Wechselrichter von Firma XY?” die Antwort bekomme: “Den nehme ich immer…”, dann werde ich irgendwann hellhörig und fange an, die Wechselrichter zu vergleichen. Nach einiger Zeit kommt man dann auf die Tatsache, dass dieser Wechselrichter zwar sehr gut ist, aber nicht soviel Informationen für den Betrieber bereitstellt, wie es andere Wechselrichter tun.

Meine Schlussfolgerung: Wenn der Kunde zu viel weiss, wird er “anstrengend”. Das kann man mit der Wahl eine geeigneten Wechselrichters vermeiden.

Kein Mehrwert = Kein Auftrag! So einfach ist das.

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IoT

#2: IoT Stack

Oder – wie erreiche ich Automation?

IoT – Meine Interpretation (Grafik Axel T.)

Schaut man sich nochmal meine IoT Grafik an, wird schnell klar, dass es etwas komplexer ist, als man im ersten Moment vermutet und gleichzeitig nicht zu komplex ist, dass man es nicht mehr versteht.

Um etwas zu schalten oder zu automatisieren kann man jetzt verschiedenen Strategien wählen.

  1. Je Topic oder Geräte-Typ kann man die vom Hersteller bereitgestellte App verwenden und über dessen Cloud-Angebot auf die Geräte zugreifen und je Hersteller dessen Automation nutzen.
    Bsp.: Shelly oder Sonoff Produkte in Verbindung mit der Hersteller Cloud.
  2. Je Funktions-Gruppe (Haustechnik, Licht, …) kann man versuchen einen Hersteller oder Standard finden und innerhalb dieser Funktions-Gruppe die Automationsaufgaben lösen.
    Bsp.: KNX mit einer Server-Installation für die Haustechnik und Apple-Home für z.B. die Lichtsteuerung
  3. Alle Funktions-Gruppen werden auf einem einzigen Layer (Message Broker) für den Informations-Austausch integriert. Über diesen Layer werden die Automations-Aufgabe durch Sensor- und Aktor Nachrichten (Telemetrie) und mit einem geeigneten Automations-System gelöst.
    Bsp.: MQTT als Telemetrie Protokoll und Node-Red als Entwicklungswerkzeug für die Automation

Schaut man sich diese drei Möglichkeiten an, so könnte man argumentieren, dass die erste Möglichkeit vielleicht als die am einfachsten umzusetzende Möglichkeit erscheint, aber wenig oder keine Automation Horizontal – also über die Grenzen eines Geräte-Typs oder Herstellers erlaubt.

Die zweite Möglichkeit ist besser, da sich Funktions-Gruppen zusammenfassen und eine Horizontale Integration so möglich wird, jedoch zum Preis einer propietären Lösung, für deren Konfiguration man Software kaufen muss. Bei Apple-Home gibt es die Möglichkeit, mit OpenSource Software eine Brücke zu schlagen.

Die dritte Möglichkeit bietet mit Hilfe von MQTT vertikale (Anzahl Geräte) und horizontale (Geräte Typen) Integration und Skalierbarkeit, da es als Industrie-Standard auf Masse und Robustheit sowie Sicherheit ausgelegt ist. Der Preis ist jedoch, dass man für jeden Geräte-Typ eine MQTT-Integration haben muss, was aber für dass, was man im Homeautomation Umfeld machen möchte, gegeben ist.

Meine gesamte Homeautomation basiert auf dem MQTT zentrierten Ansatz.

Was braucht es jetzt? Wie die Überschrift schon vermuten lässt – einen IoT-Stack – also eine Softwarelandschaft, die auf einem (kleinen) Server 24h * 7Tage im Betrieb ist.

MQTT-Stack R-Pi (Grafik Axel T.)

Den MQTT-Stack habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Das haben andere Entwickler aus der OpenSource Community übernommen. Unter folgendem Link findet man alles Lesenswerte, was man für einen ersten eigenen IoT-Stack benötigt.

https://sensorsiot.github.io/IOTstack/

Unbedingt sehenswert sind die folgenden Videos von Anderas Spiess aus der Schweiz:

Was braucht es hier zu? Eingentlich nicht viel. Neugier, Willen etwas Neues zu lernen, ein wenig Linux und Computer Kenntnisse und ca. 150CHF an Hardware. Ich würde mit einem Raspberry Pi starten, der von einer SSD bootet anstatt der SD-Card.

Mein Test- und Experimentier-Setup sieht wie folgt aus:

Raspberry Pi 3, PoE HAT (B) und SSD Shield / Foto Axel T.

Die Implementation für meine produktive Homeautomation habe ich mit einem HP Microserver Gen8 Umgesetzt. Mit einem Gehäuse von knapp 30cm x 30cm x 30cm passt der noch gut überall hin und ist dabei noch grade so erträglich vom Lärm.

MQTT-Stack HP Microserver Gen8 (Grafik Axel T.)

Als Betriebssystem läuft auf beiden Systemen ein Linux System.

Docker

Docker ist eine Container Management Software und damit ein Sicherheits-Feature, auf das ich nicht verzichten möchte. Docker sperrt Software in einen Container und regelt den Zugriff auf andere Container, den Host oder Ressourcen wie Netzwerk. Und es senkt in diesem Fall die Komplexität massiv, wie man im Video von Andreas schön sehen kann!

Portainer

Portainer managed und verwaltet die Container. Es hilft beim Einarbeiten in diese Materie. Portainer selbst sitzt in einem Docker-Container, hat aber weitreichende Rechte.

Mosquitto

Nein – kein Stechmücke sondern der Message-Brocker – also die Nachrichtendrehscheibe, an der sich alle Beteiligten Softwaren beteiligen und bedienen.

An dieser Stelle unbeding der folgende Buch-Tip: “Das MQTT-Praxisbuch – Mit ESP8266 und Node-Red” von Walter Trojan (Link zu Amazon). Es erschlägt gleich drei Fliegen mit einer Klappe! Es erklärt MQTT, Node-Red und die ESP8266 Microcontroller Familie in einem gut gemachten Buch (Ja richtig – die Dinger aus Papier…).

InfluxDB

InfluxDB ist ein Datenbanksystem speziell ausgerichtet für das Speichern von Zeitreihen. Also das Sammeln von Datenpunkten über der Zeitlichen Verlauf. Ich sammel damit Temperaturen, Wasserstände, Bewegungsmeldungen, Stromverbräuche, etc. – Diese Datenbestände sind die Grundlage für jede Auswertung und Darstellung. Wie war noch mal der Stromverbrauch letzten Jahr im November? Wissen Sie es? Nein? Dann hilft InfluxDB.

Grafana

Ich liebe Grafiken und Darstellungen von Datenpunkten. Grafana ist ein geniales Werkzeug zur Darstellung der Zeitreihen in InfluxDB. Also in meinem Fall dann auch für die Darstellung des Stromverbrauchs, der Stromproduktion, dem Delta, der Einspiesung etc. . Klar – bekommt man auch vom Hersteller des Wechselrichters. Aber was ist, wenn das Internet NICHT funktioniert? You get the Idea… . Cloud ist gut, aber in diesem Fall ist on premise besser.

Node-Red

Node-Red ist ein Programmiersystem, was durch Grafische Darstellung von Funktionsbausteienen und deren Verknüpfung erlaubt diverse Funktionen er realisieren. In meinem Fall übernimmt es zum einen das Auslesen von Sensoren und Speichern von Daten in InfluxDB, aber auch Automationsaufgaben (Licht auf der Auffahrt im Zeitraum zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang einschalten, wenn der Bewegungsmelder XY ausgelöst wurde und dann nach 5 Minuten wieder Licht auszuschalten.) Da die Sonne nicht jeden Tag gleich auf und untergeht, ist es nicht ganz trivial mit z.B. PHP oder C/C++ zu realisieren.
Node-Red bietet die passenden Bausteine.

Das alles ist der IoT-Stack, den ich verwende.

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IoT

#1: IoT – Wieso?

IoT – also das, was sich hinter dem Stichwort Internet of Things verbirgt und PV gehören für mich zusammen und das lässt sich recht einfach erklären.

Viele der Komponenten einer PV-Anlage sind für sich gesehen IoT-Devices – also Geräte, die man mit Internet Technologie ereichen und steuern kann. Ob das der Battery-Controller, der Wechselrichter oder was auch immer ist – viele dieser Geräte können via Netzwerk mit dem Cloundsystem des Anbieter komunizieren oder sich via App vom SmartPhone oder Tablett abfragen und monitoren.

Prinzip-Schema PV-Anlage / Axel T.

Also, all dass, was im Bild oben mit dem Punkt “Anlagen Überwachung” verbunden ist, sind IoT Devices.

Wenn man nicht nur den Strom aus einer PV-Anlage erzeugen und einspeisen will sondern den Strom intelligent nutzen will, brauch man die Fähigkeit, alle möglichen Dinge im Haushalt zu steuern und zu automatisieren.

Also banal ausgedrückt – “Schalte die Waschmaschine ein, nach dem die Auto- oder Hausbatterie geladen ist, aber nur, wenn genügend Leistung vorhanden ist, so das eingespeist wird.”

Das kann ich auf diverse Arten erreichen. Zum Beispiel mit “klassischer” Automationstechnik wie sie für Werkzeugmaschinen oder in der Gebäude Technik genutzt wird. Hier gibt es diverse Standards, wie z.B. KNX.

Alle haben den gleichen Nachteil, dass man auf einige weniger Hersteller in einem propietären System mit – für den Heimgebrauch doch recht hohen Kosten gefangen ist. DAS will ich aus verschiedenen Gründen NICHT.

Um aus dieser Situation heraus zu kommen, habe ich mich für eine Automation auf Basis der Internet-Technologien entschieden. Mit dem Nachteil, dass ich ein funktionierendes Netzwerk im Haus (WLAN/LAN) benötige. Das brauche ich aber aus diversen anderen Gründen sowieso – also ist das nur im Fehlerfall und auch nicht in jeder Situation ein Problem. Und – Internet of Things oder Internet-Technologien bedeutet NICHT, dass ich eine permanente Verbindung zum Internet benötige. Es funktioniert auch alles ohne das Internet. Wenn man die notwendigen Komponenten bereitstellt.

Wenn man diesen Weg geht, sollte man sich jedoch bei der Auswahl der Komponenten ein paar Gedanken machen und statt des billigen WLAN-Routers vielleicht doch Hardware in Industrie-Qualität verwenden und bei der Software auf “OpenSource” achten und sich den Quellcode lokal speichern. Meine Homeautomation ist NICHT von Aussen erreichbar und alles, was aus und in das Internet geht, muss meine Firewall passieren.

Ausserdem habe ich mehr als nur ein Netzwerk installiert um die verschiedenen Systeme (PC, Laptops, Tablets, SmartPhones) von IoT-Devices (Sensoren, Aktoren) zu trennen. IoT-Devices dürfen bei mir NICHT ins Internet.

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Motivation

Warum Solarkie.ch?

Seit knapp 15 Jahren besitzen wir ein Haus aus 1974, was wir im Verlauf der letzten Jahre Renoviert und vorallem energetisch Optimiert haben. Das kann man natürlich auf vielerlei Hinsicht tun. Ein Element für die energetische Optimierung ist eine Photovoltaik (PV) Anlage.

Wir versuchen seit mehreren Jahren eine PV Anlage zu realisieren und zu finanzieren und haben dabei diverse Erfahrungen gemacht. Diese Seite soll einen möglichen Weg zu einer PV Anlage aufzeigen – den Weg, den WIR gegangen sind bzw. gehen werden (Stand heute existiert die Anlage noch nicht).

Die Motivation ist älter als die aktuellen Ereignisse. Jeder der in den letzten Jahren in den Alpen unterwegs war und sich die verschiedenen Gletscher angeschaut hat, muss gesehen haben wie diese Gletscher weniger werden und am verschwinden sind. Ein Blick aus 2021 auf den Moirygletscher im Val d’Anniviers im Kantons Wallis lässt wohl keine Fragen offen.

Moirygletscher August 2021, Val d’Anniviers/Wallis CH – Axel T.

Wir leben und konsumieren über unsere Verhältnisse und wir sollten etwas dagegen tun. Ich habe keine Bilder aus der Vergangenheit, die ich Teilen kann und an denen Ich die Rechte habe. Daher habe ich mal die Gletscherlinie aus der Vergangenheit eingezeichnet, wie die es die Geograhie und der Bewuchs nahe legt. Ob es GENAU SO war oder nicht spielt keine Rolle. Was trotzdem deutlich wird ist der qualitative Verlust des Gletschers.

Angenommene Gletscherline – Moirygletscher – Axel T.

Es fehlen geschätzt 20m oder mehr in der Mächtigkeit dieses Gletschers. Wieviel Kubikmeter Eis da “fehlen”, kann ich nicht schätzen.

Ich will für meinen Einflussbereich (Familie/Haus) so wenig wie möglich Abhängig sein von den klassichen Energieträgern. Diese Unabhängigkeit nennt sich im PV Umfeld einfach Autarkie. Der Autarkie-Grad ist der Anteil an selbst erzeugter und selbst konsumierter Energie versus dem Energie Bezug vom Energieversorgungsunternehmen. Diese Engagement passt für mich auch gut zu meinen anderen Aktivitäten im Umwelt und Naturschutz.

Naturschutz bedeutet für mich nicht nur, sich für eine Art oder Artengruppe zu engagieren und zu interessieren. Wir haben nur diesen einen Planeten. Wenn wir diesen weiter so konsumieren, wie wir das aktuell tun, können wir uns den Artenschutz sparen. Die PV-Anlage ist für mich die logische und konsequente Fortsetzung.

Als Techniker glaube ich daran, dass Umweltschutz ein Innvoationsmotor sein kann. Und JA – man wird sich einschränken müssen. Die Frage ist nur, ob man lieber mitgestaltet, wie die Einschränkungen aussehen und allfällige Lösungen implementiert oder ob man wartet und von dem getrieben wird, wass dann ggf. kommt. Wir gestalten lieber mit… .

Soweit mal zur Motivation für diese Seite.