Ein alter Hut
Eigentlich ein alter Hut? Der Garten wird seit ca. 2.5 Jahren mit einer OpenSource basierten Lösung bewässert. Dazu habe ich einen Raspberry Pi 3B+ und ein 8-ch Relay Expansion Board von Waveshare verwendet, mit dem ich die Ventile von Hunter ansteuere. Geschaltet wurde das ganze via Node-Red und MQTT und mit Hilfe von https://github.com/leinir/relayboard-control als Steuersoftware, die auf MQTT Befehle reagiert. Soweit so gut dachte ich.


Vor kurzem haben wir dann festgestellt, dass wir Probleme mit Ghostswitching haben und wir dabei ein paar hundert Liter Wasser verschwendet haben, weil wir es nicht sofort bemerkt hatten. Nicht gut für eine Computer gesteuerte Bewässerung.
Debugging hat herausgebracht, dass der Raspberry Pi beim starten die Ventile auf “High” gezogen hat, obwohl die Software eigentlich “Low” als Safe-State definiert. Auf Grund von irgendwelchen Ungereimtheiten muss ich die Software einmal die Woche neu starten, sonst reagiert sie irgendwann nicht mehr. Dabei ist es dann passiert, dass die Ventile aufgegangen sind.
Ich habe mich dann versucht, in den Python Code der Steuerung einzuarbeiten, aber mit dem Zeitbudget und dem Sommer vor der Tür brauchte ich eine andere und vorallem schnellere Lösung.
Die Logo! Steuerung
Im Portfolio meines Brötchengebers befinden sich neben viel guter Software auch ein grosses Sortiment an Steuerungen. Ich habe mich für die Logo! Steuerung entschieden und mir ein Starter Paket gekauft.

Nach dem Auspacken habe ich die Steuerung auf ein Testboard montiert, damit ich im Arbeitszimmer die Programmierung vornehmen konnte und nicht andauernd runter und raus in den Schuppen rennen musste.

Programmierung
Nach dem ich im Netzwerk zwei fixe IP-Adressen bereitgestellt hatte, konnte ich die Netzwerk Konfiguration von Logo! Steuerung und TDE einfach via Display vornehmen.
Danach habe ich die Software LogoSoft Comfort installiert. Ich werde hier jetzt keine Einführung in die Programmierung der Logo! oder in die Logo! selbst anbieten. Das gibt es genug auf YouTube – z.B. bei Ronnie bzw. hier auf seiner Webseite. Da muss ich nichts mehr hinzufügen. Ich zeige hier nur auf, wie ich meine Herausforderung gelöst habe.
Die Software lässt sich – wenn der PC im gleichen Netzwerk ist – einfach mit der Logo! verbinden und man kann dann eigentlich sofort loslegen. Nach kurzer Orientierung ist man eingentlich sofort in der Lage, einen Input (Taster/Schalter) abzufragen und einen Output (Relais) zu schalten. Darüber hinnaus kann man noch ein paar Dinge addieren, auf die ich hier kurz eingehen möchte.
Fortsetzung folgt, wenn ich den anderen PC gestartet habe…
Bedienoberfläche im Browser


Installation im Schuppen
Nach ca. 4-5 Stunden sah das Programm für die Logo! so aus, als ob es als RC-V1 in Betrieb gehen könnte und ich habe mich daran gemacht, die Hardware im Schuppen einzubauen.
Der Grosse 24V Trafo ist zur Steuerung der Relais – vielleicht etwas gross, aber 6 Relais ziehen durchaus etwas Strom… . Daher auch die Trennung zur Logo! Stromversorgung.
Ich habe links der Steuerung noch einen 10A Sicherungsautomat eingebaut, welcher die Stromversorgung Absichert. So kann ich auch im Schuppen das Gerät ausschalten, ohne im Keller eine Sicherung ziehen zu müssen.
Nach dem Sicherungsautomat und der Stromversorgung ist die Logo! Steuerung zu erkennen. Da ich 6 Relais brauche um die Ventile zu steuern, habe ich mir noch eine Erweiterung für 8 weitere Relais gekauft. Damit kann ich noch die Beleuchtung in den Tastern schalten. Dazu später mehr.

Das Bild zeigt den Zustand, bevor ich die Ventile angeschlossen habe. Hier musste ich ein wenig rumtesten, bis ich die richtigen Kabelpaare für den richtigen Ausgang gefunden habe. Beim Ausbau habe ich die Paare immer mit Klebeband zusammengefasst.
Eigentlich sollte man jetzt wohl Kabelkennzeichnungen einsetzen. Wenn es noch ein paar Relais mehr werden, ist das mit Sicherheit sehr hilfreich. Im Professionellen Umfeld wäre das ein MUSS.

Natürlich ist nicht vorgesehen, dass man einen TDE in einen solchen Sicherungs- oder Schaltkasten einbaut. Netterweise ist der aus ABS – einem Kunststoff, der sich gut sägen, schneiden und Bohren lässt. Kurz anzeichnen, aussägen und dann liess sich der TDE mit den beigelegten Befestigungen einfach fixieren.
Physikalische Taster
Im Garten habe ich eigentlich kein WLAN und daher wäre es schon nett, wenn man das Ventil nicht nur mit einem PC oder Smartphone oder Tablet sondern auch mit einem Schalter bzw. Taster AN und AUS schalten kann. Das macht die Sache einfacher und verständlicher.
Ich habe mir wasserdichte Taster mit beleuchtetem Kennring (RGB LED) gekauft, die über je einen Eingang an der Logo! abgefragt werden. Drückt man den Taster geht das Ventil auf. Drückt man den Taster nochmal geht das Ventil zu. Ist das Ventil auf, wird der Kennring beleuchtet, um eine Indikation zu haben. Man kann die Bewässerung mit dem Taster einschalten und per Software ausschalten und umgekehrt. Deswegen sind es Taster und keine Schalter.

Technisch gesehen wird im Program der Eingang I1 abgefragt. Der Taster wird gedrückt und der Strom/Impuls wird von der Steuerung wahrgenommen. Daraufhin wird ein sog. Stromstossschalter ausgelöst. der Öffnet und Schliesst mit jedem Impuls.
Einmal drücken – AN – nochmal drücken – AUS – und so weiter.
Der Stromstossschalter schaltet seinerseits den Ausgang des Relais Q1 AN oder AUS. Ist der Strom ausgefallen und die Steuerung startet neu, ist AUS der Anfangszustand. Ich merke mir absichtlich NICHT den letzten Zustand, um hier keine Überschwemmung zu provzieren. Das hatten wir ja grade erst.
Natürlich kann man jetzt auch das Stromstossrelais mit einem weiteren Taster – einem Software-Taster – AN und AUS Schalten und so den gewünschten Effekt erreichen.
Die Taster sind in einem bzw. zwei IP67 Gehäusen untergebracht. Eines am Schuppen und eines mit einem langen Kabel an der Terasse. Man kann natürlich auch Taster parallel betreiben und so an verschiedenen Orten etwas ein bzw. ausschalten. Cool, wenn man mit nassen und dreckigen Fingern das Wasser AN und AUS schalten will.
Nachrichten und Bedienung auf dem TDE
Kommt später…