Wie in #12 schon geschrieben… Planung ist das halbe Leben oder Pläne sind zum ändern da.
Wir haben am Mittwoch das gesamte Material für die Anlagenteile auf dem Dach von dem Lieferanten bekommen, der uns Freitags letzter Woche informiert hat, dass er nicht liefern könne… .
Verstehen muss das Niemand – Hauptsache, das ich das Material habe, um das Dach fertig zu machen.
2 Palletten mit insgesamt 49 PV Modulen49 OptimizerDiverse Profile für die MontageSchrauben und KleinteileVerbindungselementeGeneratoranschlusskasten (für die PV Module)
Es fehlen im Moment noch die Batterie und der Wechselrichter sowie die Module für die Warmwassersolaranlage.
Die gesamte Garage steht voll Material und man kann sich kaum bewegen. Aber das dauert ja nicht mehr allzulange. Ende Juli ist das Material auf dem Dach.
Lessons Learned:
Logistik ist, wenn es trotzdem klappt. Ich habe mein Material bekommen, obwohl es NICHT lieferbar war und bei einigen Punkten auf der Packliste kam es zu erheblichen Abweichungen.
Also UNBEDINGT die Packliste mit der Bestellung vergleichen und überprüfen, auch den der Spediteur es eilig hat.
Statt der Bestellten 200 Kreuzverbinder habe ich 4 Kisten a 200 Kreuzverbinder erhalten, die nun wahrscheinlich auf einem anderen Dach fehlen… .
Ich kann nicht sagen, woran es liegt – am Shop oder am Logistik-Partner des Shops? Egal an wem es liegt, es gibt fertige Software-Lösungen, die Helfen, Waren zu verfolgen. Aber hier mischt sich jetzt Private und Beruf.
Ich bin Optimist und versuche meinen Plan durchzuziehen, auch wenn es wie in #12 beschrieben, grade etwas anspruchsvoll ist.
Donnerstag/Freitag:
Das Gerüst steht und die wichtigsten Vorarbeiten sind geleistet.
Das Gerüst steht! Juhu!
Montag:
Die ersten Schritte – das Abdecken des Dachs und die Asbest-Sanierung haben begonnen!
Ghostbusters? Nein Asbest-Sanierung in Schutzkleidung!
Dienstag (6:30 – 8:00):
Die existierende Warmwasser-Solaranlage muss runter, damit die Isolation und Dachstruktur angepasst werden kann. Das macht der Bauherr selbst! 🙂
Gleichzeitig ist es eine gute Möglichkeit mal nach 13 Jahren Bilanz zu ziehen und zu schauen, wie gut das Dach die Solaranlage vertragen hat.
20:30 auf dem Dach – kurz nach SonnenuntergangDie alte Warmwasser Solaranlage – Blick von Ost nach West (Rechts ist Norden)
An allen (!!) Stoss-Stellen der Bleche ist Wasser eingedrungen und hat dafür gesorgt, das über die 13 Jahre die nächstgelegenen Dachlatten durchgerottet sind! Die Anlage ist seinerzeit von Profis verlegt worden…
Ostseite (Einlass)
Die Dachlatte trägt nichts mehr. Man kann sie zwischen den Fingern zerreiben!
Ostseite (zweiter Stoss – ebenfalls Durchgerottet)Oberkannte (Nordseite) – Durchgerottete Lattung beim Stoss der BlecheWestseite – Durchgerottete Lattung beim Stoss der Bleche
Lessons Learned:
Ich schau dem Spengler genau auf das Blech, damit ich die Probleme schon Konstruktiv ausschliessen kann. Lieber mehr denken als schneller Pfuschen.
Dienstag (17:30):
Die Lattung und das Asbest-Unterdach sind weitestgehend verschwunden. Jetzt kann man schön die Qualität der eingeblasenen Zwischensparrendämmung aus Papierfasern erkennen.
Überalles gesehen ist die sehr gut geworden und eigentlich nirgendwo gross zusammengefallen.
Am Nord-Östlichen Dachrand kann man erkennen, dass die Papierfasern oben Dunkel geworden sind. Hier scheint es irgendwie einen Luftzug unter dem Dach gegeben zu haben. Daher haben wir hier punktuell mit Glaswolle nachgedämmt.
Mittwoch:
10cm Holzfaserdämmung auf den Sparren
Als Ergänzung zur Zwischensparren Dämmung haben wir und für 10cm Holzfaser Isolation entschieden. Ein natürlicher Werkstoff, der auf der Oberseite wasserabweisend Imprägniert ist. Die Herstellung verbraucht weniger CO2 als die von Glass- oder Steinwolle… .
Donnerstag:
Unterlattung auf der Wasserdichten Dachhaut
Freitag:
Montag:
Konterlattung aufbringen
Dienstag:
Die Wasserleitprofile hat der Holzbauer eingebaut, weil er überzeugt ist, dass man damit langfristig Probleme vermeidet. Ich finde es eine gute Idee!
Wasserleitprofile vor den Durchbrüchen von Fenster (noch nicht geschnitten) und Entlüftung der KanalisationAusbildung des Dachüberstands
Mittwoch:
Detail rund um den SchornsteinEinfassung DachfensterRandeinfassungenOrtbretter montiert
Mittwochs waren die Holzbauer mehr oder weniger fertig mit ihrer Arbeit. Es fehlt noch der First.
Jetzt kann der Dachdecker/Spengler kommen und die Verblechung vornehmen. Danach kommt die Unterkonstruktion für die Solaranlage.
Eigentlich wollte ich schreiben, dass das Gerüst in der nächste Woche kommt und es nun bald losgeht, aber es kam bzw. kommt anders. Oder wie oben schon geschrieben: “Wenn Du Gott eine Freude machen willst, stelle einen Plan auf!”
Angefangen hat alles damit, dass sich das Holzbau-Unternehmen gemeldet hat um zu fragen, ob wir nicht 10 Tage früher anfangen könnten?! Wenn ich eines gelernt habe, dann dass man Termine, die nach vorn verschoben werden sollen, wenn irgendwie möglich zusagen sollte. Sonst rutscht man nach hinten. In meinem Fall dann auf Ende September.
Also mutig sein und JA! sagen. Wird schon irgendwie klappen.
Zeitgleich kamm die Information, dass der Wechselrichter Lieferprobleme hat und ein paar Tage später kommt. Nicht schön, aber damit kann ich leben. Dachte ich.
Dienstag & Mittwoch
Am Mittwoch/Donnerstag der letzten Woche kam das Gerüst. Die Herren, die Aufgestellt haben, waren super. Wir haben kurz besprochen, wo was hin soll und ob alle Sträucher so zusammengebunden sind, dass es passt und dann stand am Abend ein Gerüst rund um das Haus.
Zu schön um Wahr zu sein! Am Mittwoch-Abend kam das Mail vom Shop, wo mein Planer die PV-Module und sonstige Hardware gekauft hat – Es täte ihnen leid, die Module seien beim Zwischenhändler nicht lieferbar. Neuer Termin unbekannt.
Wie kann so etwas sein?
Die Logistik- und Vertriebs-Unternehmen arbeiten hier scheinbar mit einer rollenden Bestellung. Also in einer Reihe von Buchungen wird immer das identische Material aus einer vorangegangenen Bestellung konsumiert. Und so weiter… Das hilft, die Lagerkapazitäten zu optimieren, und geht solange gut, wie die ganze Lieferkette stabil ist.
Jetzt muss man kein Hellseher sein, um zu wissen dass es Aktuell hier mit Sicherheit zu Probleme kommen wird.
Nach dem wir einen alternativen Lieferanten für die Solar-Module gefunden hatten kamm das Mail, dass die Optimizer ebenfalls nicht lieferbar sind. Also umgeplant auf einen alternativen Optimizer – Lieferant gesucht und so weiter.
Stand heute sieht es so aus, dass wir das Material von zwei verschiedenen Unternehen beziehen und mit Bestellungen und Stornierungen hin- und her jonglieren. Keine schöne Situation. Zumal die Kosten natürlich steigen und die gegebenen Lieferzusagen nicht eingehalten werden (können). Ausserdem steigt mit jeder Stornierung das Risiko auf eine Fehler, der dann anderes Material beeinfluss könnte.
Für mich – als Unternehmensberater und als Endkunde – ist der wichtigste Schlüsselindikator schon lange nicht mehr nur der Preis.
Die Qualität und die Lieferfähigkeit eines Partners ist für mich sehr viel wichtiger als der Preis. Rollende Bestellungen wie im Beispiel oben beschrieben, haben ein sehr hohes Risiko auf die eigene Lieferfähigkeit und die Erreichung der eignene Ziele, wenn man nur einen Partner hat und der nicht liefert. Leider haben dass die Herrschaften aus der Finanzwelt noch immer nicht verstanden. Und ich als Privatier komme in dieser Situation nicht daran vorbei.
Schauen wir mal, wie es weiter geht.
Lessons Learned:
Immer wenn man also im privaten Umfeld in so einem solchen Massstab etwas bestellt, sollte man die Lieferung sehr Zeitnahe zur Bestellung auslösen, damit man einerseits mehr Zeit hat um zu reagieren und Alternativen zu suchen und gleichzeitig das Material sicher vor Ort ist. Leider muss man dann den Platz haben, das Material zu lagern.