Da wir ja schon Solarwarmwasser Kollektoren 13 Jahre im Betrieb hatten, war die Anlage mit einem Wasser-Glycol Gemisch gefüllt.
Bevor ich die alten Kollektoren abgebaut habe, wurde die Anlage entleert. Dazu habe ich mir im Baumarkt ein blaues 50 Liter Fass mit Deckel gekauft. Geleert habe ich die Anlage über die Entlüftung mit Hilfe eines Stück Gartenschlauchs.
Entlüftung und Füllstutzen
Die Gardena Garten Hardware ist da sehr praktisch um temporär Flüssigkeiten von A nach B zu schaffen.
50L Fass
Nach dem ich die neuen Kollektoren in der Fassade montiert habe, musste ich die Anlage wieder füllen.
Gartenpumpe zum Füllen der Solaranlage
Die Pumpe ist insofern etwas mühsam, da sie keine Selbstansaugende Pumpe ist, sondern über einen kleinen Füllstutzen gefüllt werden muss. Man übt etwas herum, bis man den Dreh raus hat. Danach ist die Pumpe aber super, weil sie die 5m bis zum höchsten Punkt der Anlage locker überbrücken kann.
Zuächst habe ich die Anlage mit normalem Wasser gefüllt und bis auf 2.5Bar Druck gebracht und dann habe ich alle Verschraubungen nachgeschaut und ggf. nachgezogen.
Oben auf dem Gerüst war alles Dicht bis auf einen Übergang vom 20mm Wellrohr auf 22mm Kupferrohr. Über dem Fenster waren beide Übergänge undicht und auch die beiden Dichtungen an der Pumpeinheit mussten ersetzt werden.
Wenn man diese Tätigkeit mit dem Glykol-Wasser Gemisch im System macht, ist das ziemlich glitschig…
Ausserdem habe ich die Anlagen dann 24h bei 2.5Bar stehen gelassen um sicher zu sein, dass die Sache dicht ist.
Danach habe ich das Wasser komplett abgelassen und die Anlage ca. 30 Minuten mit dem Glykol-Wasser Gemisch gespühlt. Danach habe ich den Druck bis ca. 1.3Bar gebracht und die Anlage über den Tag verteilt entlüftet.
Ich bin wirklich froh, dass ich die Montage und Entlüfterei mit dem Gerüst machen konnte. Nur mit Leiter wäre das kaum gegangen.
Selbst mit 3/4 durch das Gerüst verdeckten Kollektoren liefert die Anlage 45Grad warmes Wasser und die Pumpe kann mit 60% laufen. Ich bin gespannt, was im Vergleich mit der alten Anlage möglich ist.
Deren Daten habe ich von den letzten 2 bzw. 3 Jahren. Der Vergleich gibt dann einen eigenen Beitrag.
Wenn schon – denn schon – könnte man jetzt sagen, aber irgendwie ist es für mich wiedersinning, Warmes Wasser mit Strom “zu kochen”. Auch wenn das ein “guter” Weg ist, den Eigenverbrauch hoch zu treiben. Ausserdem hatten wir schon seit 13 Jahren eine Warmwasser Solaranlage. Deren fehlerhafte Verlegung hat uns ja die Probleme im Dach bescheert, wegen denen wir schlussendlich die PV Anlage realisiert haben.
Durchgerottete Dachlatten
Wir hatten damals einen 800l Boiler verbaut, der einerseits von der Pellettheizung gespeist wird und andererseits von der Warmwasser Solaranlage geladen wird. Ausserdem ist noch ein Elektrischer Heizstab verbaut, der aber nicht angeschlossen ist. Die Steuerung ist von Resol und vor zwei Jahren erneuert worden.
Samstag
Die neue Position der Anlage ist in der Fassade an der Süd-Ost Seite.
Freigelegte Fassadenfläche für die Warmwasser SolaranlageWarmwasser SolarmoduleAnschluss- und VerbindersetMontierte Anlage in der Fassade
Das im Moment noch freiliegende Holz wird mit Kupferblech eingefasst und die Zuleitung wird als Kupferregenrinne getarnt geführt werden.
Zwei Solaranlagen (PV und Warmwasser) in 48h zu montieren ist doch cool!
Anschluss der Anlage an die Heizung
Verschraubung zwischen den Modulen
Diese Verschaubungen müssen bei der Montage zusammengeführt werden und spannungsfrei verschraubt werden. Sie dichten ohne Dichtung und man muss ziemlich fest anziehen. Das Rohr über der Verschraubung ist der Rücklauf. Aus mehreren Winkeln und Rohrstücken ist dieses Rohr durch verlöten entstanden.
Zu-/Ableitung mit Entlüftung an der höchsten Stelle und Temperaturfühler
Die Ableitung der heissen Seite des Kollektors hat eine Entlüftung und ein Rohr für den Temperaturfühler. Eine schöne Konstruktion. Auch hier wird Dichtungsfrei verschraubt. Ein ca. 10cm langes Rohrstück nach unten erlaubt den Anschluss der Kupplung zum Edelstahl-Wellrohr.
Ich habe Wellrohre genommen, wiel diese Leichter zu handhaben sind und einfacher in die Kupferfallrohre einzuziehen sind. Ich habe beide Varianten ausprobiert. Mit Kupferrohren habe ich vor 13 Jahren über einen Tag gebraucht. Die Wellrohre waren in knapp 2h eingezogen.
Draussen oder Drinnen?
Es gibt auf den einschlägigen Internet-Portalen vor allem in Deutschland immer wieder die Diskussion, ob man die Rohrleitungen Innen oder Aussen verlegen sollte.
JA – es wird einen Verlust geben, den selbst die 20mm Isolation rund um die Wellrohre wird Wärme an die Umwelt abgeben und diese wäre im Haus ggf. besser zu haben aus draussen.
ABER – Es ist kein Neubau, wo ich schön planen kann, wo die Leitungen durchlaufen. Und ich müsste durch eine Wand und zwei Böden, die mit Parket belegt sind. Ein klares NO-GO. Also habe ich es wieder wie beim letzten Mal gemacht, mir die Kupferleitungen in Grösse DN100 gekauft und habe es aussen an der Wand verlegt und bin wieder durch den Lichtschacht gegangen.
Zu- und Rückleitung versteckt in einem Regenwasserfallrohr (DN100) aus KupferUms Eck…
Da die gesamten Panele mit Kupferblech eingefasst werden, wird sich das Kupferrohr ganz prima in die Optik einpassen und zusammen mit dem Blech die Patina entwickeln und nach 1-2 Jahren so aus sehen, als ob es schon immer so war.
Also Draussen…
Vor 13 Jahren habe ich das einfache Fenster gegen ein doppelt Verglastes Fenster getauscht und den Rahmen so gewählt, das ich oberhalb vom Fenster einen 15cm Spalt hatte. Den habe ich mit Schaumplatten verschlossen. Damit kann ich ohne grossen Aufwand die Leitungen ins Haus führen. Das grosszüge Loch werde ich wieder mit feinem Bauschaum aus der Dose verschliessen und draussen wieder eine Folie aufkleben (UV-Schutz).
Durchbruch über dem Fenster und Zugang zur existierenden Pumpstation
Der Abgang oben Rechts ist eine Entlüftung. Solaranlagen können ziemlich nervig zu entlüften sein!
Übergang vom Wellrohr auf die 22mm Kupferleitungen
Der Übergang vom 20mm Wellrohr auf die 22mm Kupferleitunge wird mit Schraubkupplungen realisiert. Die Dinger verbinden beide Rohrsysteme OHNE Dichtung durch metallisch blanken Flächenschluss. Dazu muss das Wellrohr wirklich perfekt entgratet und grade abgeschnitten sein. Von den 4 Rohrenden musste ich 3 Nacharbeiten. Hier lohnt sich die Sorgfallt. Wie man an den Kratzern der der Verschaubungen sehen kann, musste ich die Verschraubung mehrfach öffnen und schliessen, bis sie Dicht war.
Grundsätzlich ein gutes System, wenn die Voraussetzungen stimmen und das richtige Werkzeug da ist (zwei grosse Wasserrohrzangen)!
Pumpstation
Die Pumpstation war vorhanden. Der Linke Strang liefert heisses Wasser in den Boiler und der Rechte Strang pumpt das kühlere Wasser wieder hoch zu den Kollektoren.
Unter der Pumpe sieht man den Durchflussbegrenzer mit Schauglass. Im Moment läuft die Anlage mit 6l/min – mal schauen, ob das gut ist oder zu schnell. Mit den alten Kollektoren auf dem Dach war das perfekt.
Die Pumpe könnte gegen eine Hochleistungspumpe mit Pulsweitenmodulation (PWM) für den Motor ersetzt werden, aber diese Pumpe ist bezahlt und die anderen Kosten aus meiner Sicht zu viel Geld. Die Steuerung könnte beides (soweit ich mich erinnere).
Solarregler von Resol
Die Steuerung ist für kleines Geld bei Amazon geschossen worden, als in der alten Anlage die OEM-Version dieser Steuerung den Geist aufgegeben hat. Ein Schraubterminal war ausgerissen und die Platine geplatzt, ohne dass ich wie ein Verrückter oder mit dem Akkuschrauber versucht hätte die Kabel aufzulegen (Kabelauflegen mache ich häufiger…).
Die Steuerung kann ich via propietärem Bus und Protokoll auslesen und mir die Daten via Raspberry Pi in meinen MQTT Server holen und von dort aus weiterverarbeiten.
Löt-, Schraub- oder Pressfittinge?
Ich habe in der Anlage alles verbaut. Am liebsten sind mir Pressfittinge. Man kann alles in aller Ruhe Ausmessen, Zuschneiden, Zusammenstecken und dann wenn es passt direkt montiert verpressen. Leider braucht man dazu eine Zange und man muss das Rohr/Fittingsystem kaufen können.
Hier in der Gegend ist nur ein Baumarkt so ausgestattet, dass man das dort kaufen könnte. Dort ist es ziemlich teuer und ich muss die Presse mieten. Ein einfacher 90° Bogen kostet über 3CHF.
Meine zweite Wahl ist Löten. Ich löte gerne, aber das braucht Übung, eine Lötflamme (Brenner). Man kann auch hier einfach Zuschneiden, Zusammenstecken aber in der Regel nicht vor Ort Löten, da man es als Nicht-Profi wohl nicht so gut “über Kopf” hinbekommt.
Also alles runternehmen und am Boden löten und Aufpassen, dass nichts verrutscht und die Winkel stimmen.
Hier kostet ein 90° Bogen lediglich 0.50CHF…
Wenn es nicht anders geht, nehme ich Verschraubungen. Schraubfittinge sind ohne Dichtung NIE dicht. Also entweder Flachs und Fermit nehmen oder ein System mit Dichtungen. Gefummel mit zwei schweren Zangen/Schlüsseln über dem Kopf und hoffen, dass es Dicht ist.
Selbst die Dichtungslosen Schraubkupplungen zwischen Well- und Kupferrohr brauchen perfekte Flächen um zu dichten. Wenn man das Rohr am Ende auf den Bodel fallen lässt, wird es sich minimal verformen und ggf. nicht mehr dicht sein. Also vorsichtig sein!
Die Leitungen zum Boiler waren vorhanden und die habe ich nicht mehr angefasst.
Abschlussarbeiten
Das Gerüst ist weg und die Verkleidung der Warmwasserkollektoren ist gemacht.
Kupfereinfassung
Die Verkleidung sieht wirklich genial aus und passt zum Haus. Die Nachbarn fragten, ob da nicht vorher mal Fenster waren… Offensichtlich ist die Optik und Ausführung gelungen. Der Spengler ist genial!